Lübschütz
von Klaus Ungewiss
Lübschütz wurde erstmals als Liubicizi in Verbindung mit dem Tode des Grafen Esiko am 22.11.1004 in der Chronik des Bischofs Thietmar von Merseburg. Es entstand aus zwei Dörfer die schon vor Jahrhunderten zusammenwuchsen (Lübschütz und Poppitz)
In Lübschütz gab es früher drei Pferdegüter und 13 Kästnerhöfe, von denen 5 zu Poppitz gehörten, sowie sechs Häusler (Handwerker oder Fröner).
Bereits im 17 Jahrundert war ein Pferdehof, das Demuthsche Gut, in der Hand der Püchauer Grundherrschaft. Die beiden anderen großen Güter wurden im 19 Jahrhundert aufgegeben, vom Püchauer Grafen Hohenthal aufgekauft und als Pachthöfe betrieben.
Ein Müller gab es in Lübschütz schon um 1615. Neben der Wassermühle am Mühlteich wurde stehts gleichzeitig eine Bockwindmühle in unmittelbarer Nähe betrieben.
Ebenso wie in Plagwitz gab es in Lübschütz eine herrschaftliche Schäferei, das vormals Henkersche Gut wurde 1949 zum Wohnsitz des gräflichen Oberförsters, und später wurde in der Nähe durch den Püchauer Schlossbesitzer ein Sägewerk eingerichtet. Südlich von Lübschütz kam es in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum Abbau von Braunkohle unter Tage. Hier stieß man damals auch auf Ton was um 1880 zur Errichtung der Lübschützer Tonwarenfabrik führte.
1658 brach eine lang anhaltende Tierseuche aus die 1662 zum Püchauer Hexenprozess führte.
Nachdem über lange Zeit der Püchauer Erbschenkhof als einziger Ausschank im Kernbereich der Püchauer Grundherrschaft fungierte, kam in Lübschütz um 1730 ein weiterer hinzu.
An drei unterschiedlichen Stellen gab es in der Vergangenheit Läden, selbst ein Kaffee Cafe war vorübergehend in Lübschütz vorhanden.
Das ehemalige Poppitzer Pfarrhaus bewohnte niemals ein Pfarrer, aber es war im Besitz der Kirche.
Selbst eine Schule bestand von 1822-1827 in Lübschütz. Allerdings erwiesen sich die damit verbundenen finanziellen Belastungen als zu hoch, so das man diese Einrichtung wieder aufgeben musste.

1850 betrieb man einige Jahrzehnte lang in Lübschütz eine Ölmühle (Straße des Friedens 29), deren vormalige Besitzerin, Frau Stichel aus Leipzig, dem Dorf Lübschütz 1856 eine erste Feuerspritze schenkte.
Im 20 Jahrhundert baute man weitere Häuser am ende der Straße des Friedens.
Nach 1945 wurde im Anfangsbereich der heutigen Straße des Friedens mehrere Neubauernstellen eingerichtet Auch am Schulweg kam es damals zu Neubauten. Ab 1963 wurde ein Bereich an den Lübschützer Teichen zum Naherholungsgebiet ausgebaut. Der Sportplatz unweit vom „Stern“ kam schließlich dazu und das heutige Sportlerheim der Fußballer vom SV Sachsen Püchau entstand. Ein neues Feuerwehrdomizil wurde in der Straße des Friedens eingerichtet, und in einem Teil des ehemaligen Püchauer Tiergartens wird heute Hundesport betrieben. (von Klaus Ungewiss)
Die Waldgartensiedlung an den Lübschützer Teichen - Geschichte und Geschichten - hier klicken