Machern

Der Ort „Machern“ liegt am Rande des Leipziger Landes, das hier südwärts in das Porphyrhügelland an der Mulde übergeht. Nördlich und südlich des Ortes breiten sich größere Wälder aus.
Machern wurde erstmals urkundlich im Jahre 1015 erwähnt. lm Jahre 1430 wurde Albrecht von Lindenau - Vertreter eines der ältesten meißnischen Adelsgeschlechter - mit Hof und Dorf Machern belehnt. Bis 1802 bestimmte die Familie von Lindenau das Geschick des Ortes. Besonders erwähnenswert sei ihr Engagement für die Einführung der Reformation: so brachte Heinrich von Lindenau von einem seiner Studienaufenthalte in Wittenberg den Mönch David Konrad Kluge mit, der bereits 1521 erster protestantischer Pfarrer in Machern wurde. Während des Dreißigjährigen Krieges fielen Wallensteins Truppen 1632 im Ort ein und plünderten das Dorf. 1637 wurde der Ort von schwedischen Truppen verwüstet.
Wolf von Lindenau (1634-1710), Mitglied der Polenzer Linie der Familie und Erbe, konnte das Macherner Anwesen wieder sanieren, Sein Sohn Gottfried Anselm (1693-1749) baute das im Jahre 1566 errichtete Renaissance - Wasserschloss im barocken Stil um.
Die ersten Gartenpartien wurden von Heinrich Gottlieb von Lindenau (1723-1789), Sohn des Gottfried Anselm von Lindenau, angelegt.
Von ca. 1782-1800 ließ dessen Sohn Karl Heinrich August den ersten Landschaftsgarten in Deutschland anlegen und begründete damit Macherns Ruf als Ort der Gartenkunst. Mit diesem Park hat Machern einen jener stimmungsvollen Landschaftsgärten des späten 18. Jahrhunderts, in denen sich auf eindrucksvolle Weise das sentimental-romantische Naturgefühl einer Epoche ausdrückte. Die Kulturgeschichte prägte dafür den zutreffenden Begriff "Zeitalter der Empfindsamkeit" .Neben den Parks von Wörlitz, Dessau, Weimar und Meiningen gehört der Schlosspark von Machern nicht nur zu den ältesten, sondern auch zu den größten und reizvollsten Anlagen dieser Art.
1806 erwarb der Leipziger Kaufmann Gottfried Wilhelm Schnettger das Rittergut. Aber erst nach den Napoleonischen Kriegen begann in Machern wieder der wirtschaftliche Aufschwung, der nicht zuletzt auch durch den Bau der Eisenbahnstrecke Leipzig - Dresden 1836 begünstigt wurde.
Bis zum ersten Weltkrieg war Machern ein Bauerndorf, heute sind die Einwohner in der Landwirtschaft, Dienstleistung oder Kleinindustrie im Ort oder den umliegenden Ortschaften (Wurzen, Leipzig) tätig. In den zwanziger Jahren begann im Ort eine rege Siedlungs- und Bautätigkeit, die bis heute anhielt. Heute gehört Machern zu den äußeren Wohnvororten Leipzigs. Durch die unmittelbare Nähe zu den Lübschützer Teichen und die ausgesprochen verkehrsgünstige Lage ist das Land um Machern zu einem der bedeutendsten Naherholungsgebiete im Raum Leipzig geworden.
Seit 1981 ist das Schloss in den Mittelpunkt denkmalpflegerischer Bemühungen gerückt. Der das Schloss umgebende Park hat sich bis heute zum Landschaftspark verändert.
Im Laufe der Zeit gingen die vielen seltenen Pflanzen verloren, aber es blieben eine Reihe wichtiger Bauten des Architekten Ephraim Wolfgang Glasewald erhalten, die wichtige Anknüpfungspunkte für die Wiedergewinnung des historischen Zustandes bilden/bildeten.
Machern feierte 1990 das 975 jährige Bestehen des Ortes. Die geplanten mannigfaltigen Vorhaben im Ort, im Schloss und im Park machten in der Vergangenheit die Gemeinde in zunehmendem Maße zu einem der beliebtesten Ausflugsziele und attraktiven Anziehungspunkt im Leipziger Raum.

Daten zu Machern