Frühe Erwähnungen von Püchau

Von Klaus Ungewiß
Die erste schriftliche Erwähnung verdankt Püchau dem Bischof Thietmar von Merseburg.
Thietmar entstammte dem angesehenen Hause der Grafen von Walbeck, wurde am 25. Juli 975 geboren und begann Ende 1012 seine „Chronik" („Chronicon") zu schreiben, die er bis zu seinem Tode am 1. Dezember 1018 fortsetzte. Er hielt in acht Büchern in lateinischer Sprache eine bunte Folge locker aneinander gereihter Vorkommnisse fest, die die Geschichte des obersächsisch-meißnischen Raumes in der Zeit von 900 bis 1018 widerspiegeln.
In seiner Chronik erwähnt Bischof Thietmar von Merseburg viermal Püchau (Bichni, Bigni bzw. Bichini) und einmal Lübschütz (Liubizici). Dabei ist vor allem die erste Nennung von Püchau im Buch I besonders bedeutungsvoll, weil sie die früheste schriftliche Erwähnung eines Ortes im heutigen Freistaat Sachsen darstellt.

Thietmar berichtet:

„Immer neue Einfälle der Ungarn wies der König zurück. Doch als er ihnen einmal mit unterlegenen Kräften Schaden zufügen wollte, mußte er überwältigt in der Burg Püchau Zuflucht suchen. Dort entging er der Todesgefahr, und er gewährte ihren Bewohnern außer reichen Schenkungen größere Rechte, als sie bisher hatten und ihre Nachbarn heute besitzen."

Worin jene Geschenke und Privilegien bestanden haben, ist nicht bekannt, und wo es zum Zusammenstoß zwischen König Heinrich I. und den Ungarn kam, ist ebenfalls nicht überliefert. Problematisch ist vor allem die zeitliche Einordnung, da Thietmar dazu keine Angabe macht, und es keine weiteren Quellen gibt, die entsprechende Informationen vermitteln. Alle diesbezüglichen Jahreszahlen sind spätere Datierungen und schwanken zwischen 908 und 930. Dabei herrscht jedoch seit längerer Zeit die Meinung vor, daß das Ereignis ins Jahr 924 fallen müßte.

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Daten zu Püchau